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| Alter(J) | 20 | 25 | 30 | 35 | 36 | 37 | 38 | 39 | 40 | 41 | 42 | 43 | 44 | 45 |
| Risiko | 1:1528 | 1:1351 | 1:909 | 1:348 | 1:276 | 1:216 | 1:168 | 1:130 | 1:99 | 1:75 | 1:57 | 1:43 | 1:32 | 1:24 |
Um das Risiko für bestimmte Chromosomenstörungen
(Chromosomen = Träger der Erbanlagen), insbesondere das am häufigsten vorkommende sog.
Down-Syndrom (auch als Trisomie 21 oder im Volksmund fälschlicherweise als
"Mongolismus" bezeichnet) besser einzuschätzen, können zusätzlich zum Alter
der Mutter bestimmte Werte im mütterlichen Blut und der
Ultraschall herangezogen werden.
Beim Ersttrimester Test (ETT) können solche
Chromosomenstörungen zu ca. 90% pränatal erfasst werden. Der ETT wird zwischen
10. und 13. Schwangerschaftswoche vorgenommen. Mit dem Ultraschall wird die
Nackentranparenz ausgemessen und im Blut das Eiweiss PAPP-A sowie das Hormon HCG
bestimmt. Diese Werte werden zusammen mit dem Alter der Patientin in ein
Computerprogramm eingegeben, womit eine Risikoberechnung erfolgt. Der ETT ist
derzeit der beste Test zur Risikoabschätzung von Erbgutstörungen.
Der Test ist zur Zeit keine KVG Pflichtleistung. Die schweizerische Gesellschaft
für Gynäkologie und Geburtshilfe (gynécologie suisse SGGG) hat 2005 beim
Bundesamt für Gesundheit den Antrag eingereicht, diesen Test als kassenpflichtig
anzuerkennen.
Bei diesem Test werden drei verschiedene Laborwerte im Blut der Schwangeren bestimmt (AFP, Oestriol, HCG), weshalb man in diesem Zusammenhang auch vom "Triple-Screening" spricht. Der Triple-Test ist ab 15 Schwangerschaftswochen möglich und stellt keine Pflichtleistung gemäss KVG dar. Wir führen diesen Test nur noch dann durch, wenn der Zeitpunkt für den Ersttrimester-Test verpasst wurde.
Durch Bestimmung des AFP (=Alpha-Feto-Protein)
im mütterlichen Blut lässt sich bei erhöhten Werten ein Hinweis auf
Neuralrohr-Missbildungen (Spina bifida, "offener Rücken") beim Kind ableiten.
Da der Wert im mütterlichen Blut durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird, bedeutet
ein erhöhter Wert keinesfalls, dass eine Missbildung vorliegt!
Der Wert sollte
zuerst mit einer Fruchtwasserpunktion überprüft und / oder
das Kind mittels hochauflösendem Ultraschall
genau auf Organmissbildungen untersucht werden.
Deutlich erniedrigte Werte werden hingegen mit Erbgutschäden (siehe
Triple Test) in
Verbindung gebracht. Der AFP-Test wird heute in den meisten Praxen routinemässig
durchgeführt und von den Krankenkassen bezahlt. Dieser Test
hat jeodch dank den modernen, hochauflösenden Ultraschallgeräten, mit denen die
kindliche Wirbelsäule und das Hirn genauer untersucht werden können, an
Bedeutung verloren.
Pränatale Beratung
Sie werden nach
einer ausführlicher Beratung besser
entscheiden können, ob Sie diese
Tests in Anspruch nehmen wollen oder eine noch höhere Sicherheit aber auch das
das Risiko einer Amniozentese oder Chorionbiopsie
eingehen wollen oder nicht. Unsere Patientinnen
erhalten gleich bei der ersten Schwangerschaftskontrolle eine ausführliche
schriftliche Information, damit wir bei der nächsten Kontrolle besser beraten
können. Die Schwangere muss wissen, dass
auch die Pränataltests bzw. Ultraschalluntersuchungen trotz ihrer hohen Entdeckungsraten keine
absolute Garantie geben können, dass das Kind keine der Erkrankungen
aufweisen wird, nach denen
gesucht wurde. Außerdem besteht ein Risiko von
ca. 1% für schwere Erkrankungen, die man
vorgeburtlich nicht erkennen kann bzw. die nicht durch Chromosomenstörungen bedingt sind.
Legt man beim Ersttrimester-Test den Grenzwert bei 1:380
(d.h. bei höherem Risiko erfolgt eine genetische Abklärung mittels
Chorionbiopsie oder Amniozentese) lassen sich ca. 90% der Trisomie-21 entdecken.
Ein Paar sollte sich aber auch über die Tragweite von pränatalen Tests Gedanken machen. Tests können Verunsicherung oder Ängste auslösen. Zudem sollte man sich fragen, wie im Falle eines schlechten Ergebnisses vorgegangen wird. Käme ein Schwangerschaftsabbruch überhaupt in Frage? Oder würde man die Schwangerschaft auf jeden Fall austragen?
Zur Veranschaulichung des Prinzips der Risikoabschätzung am Beispiel des "Triple-Tests" finden Sie untenstehend eine graphische Darstellung. Sie können daraus insbesondere ersehen, dass ein auffälliges Testergebnis keineswegs bedeutet, dass das Kind eine der genannten Missbildungen hat, sondern nur, dass über weitere Untersuchungsmöglichkeiten zur Entdeckung tatsächlicher kindlicher Erkrankungen diskutiert werden sollte. Um die Risikoberechnung für Neuralrohrdefekte und Down-Syndrom so genau wie möglich durchführen zu können, werden Angaben zum Schwangerschaftsalter (mit Ultraschall bestätigt), zu lhrem Gewicht, ob Sie an Zuckerkrankheit (Diabetes) leiden etc. benötigt. Für die Messung der Nackenfalte wird ein modernes, hochauflösendes Ultraschallgerät benötigt.
Schematische Darstellung der erwarteten Befunde beim sogenannten "TripIe-Test". |
Von Prof. Wolfgang Holzgreve, Direktor der Frauenklinik der
Universität Basel |
Wird bei 1000 Schwangeren ein sogenannter "Triple-Test" durchgefùhrt, sind folgende Ergebnisse zu erwarten:
40 Frauen (rot) haben ein erhöhtes Risiko für ein Kind mit Neuralrohrdefekt (z.B. "offener Rücken") jedoch sind nur zwei Kinder davon (gelbe ) tatsächlich betroffen.
80-100 Schwangerschaften (grün)
zeigen ein erhöhtes Risiko für Down-Syndrom, tatsächlich betroffen davon sind nur 1-2
Kinder (gelbe).
Von den verbleibenden ca. 870 Schwangerschaften (blau) ohne
erkennbare Risikoerhöhung wird ein Kind (gelb ) dennoch eine
der genannten Erkrankungen haben.
Analog müssen auch die Ergebnisse des Erstrimester-Test
betrachtet werden, wobei bei diesem Test keine Aussage betreffend Spina bifida
möglich sind.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
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