|
|
|
Gutartige Tumoren des Eierstocks (Ovar)Unter Tumoren versteht man in der medizinischen Fachsprache eine "Raumforderung", welche sowohl gutartig als auch bösartig sein kann. Eine gutartige Vergrösserung des Eierstocks kann durch eine Flüssigkeitsansammlung (=Zyste) oder durch eine vermehrte Gewebemasse (=Tumor) enstehen. Meistens spürt die Patientin keinerlei Beschwerden, sodass es sich um Zufallsbefunde bei der gynäkologischen Abtastung oder bei der Ultraschalluntersuchung handelt. Manchmal machen sich aber Veränderungen an den Eierstöcken durch Unterleibsschmerzen bemerkbar. Die wichtigsten gutartigen Ovarialtumoren sind:
Komplikationen: Durch brüske Bewegungen (z.B. Tanzen, Sport) kann eine Verdrehung (sog. Stieldrehung) der Zyste mit entsprechend sehr starken Schmerzen enstehen. In solchen Fällen sollte der Arzt sofort aufgesucht werden, damit möglichst rasch operiert werden kann, um den Eierstock zu retten. Behandlung: Bei hormonal bedingten oder eingebluteten Zysten bis zu einer Grösse von 4-5cm Grösse kann ohne weiteres einige Periodenzyklen zugewartet und der Befund mittels vaginalem Ultraschall kontrolliert werden. Oft hilft auch eine Hormonbehandlung mit einem Gelbkörperhormon (=Gestagen), welches in der zweiten Zyklushälfte eingenommen wird. Bei anhaltenden Beschwerden muss jedoch die Zyste operativ entfernt werden. Der Fortschritt in der Medizin erlaubt es uns heute solche Zysten meistens ohne Bauchschnitt mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) zu entfernen. Schokoladenzysten und Dermoidzysten müssen fast immer mittels Operation entfernt werden. Bösartige Eierstocktumoren (Ovarialkarzinom)Solche Tumoren werden leider häufig sehr spät in fortgeschittenem
Stadium entdeckt und gelten deshalb in der Gynäkologie als besonders heimtückisch! Die
Patientin sucht meistens ihren Arzt erst auf, wenn sie ein ungewöhnliches Wachstum des
Bauches bemerkt oder Schmerzen vespührt. Vor allem bei übergewichtigen Patientinnen
werden bei der Tastuntersuchung solche Tumoren häufig verspasst. Der Gynäkologe wird
deshalb bei solchen Patientinnen zur Sicherheit einen vaginalen Ultraschall anlässlich
der Vorsorgeuntersuchung vornehmen. Leider treten jedoch mehr als die Hälfte aller
Ovarialkarzinome zwischen den Kontrollen auf! Risikofaktoren: Ähnlich wie beim Brustkrebs gilt eine familiäre Belastung als
erhöhtes Risiko. In einem solchen Fall sollten jährliche (vaginale)
Ultraschallkontrollen durchgeführt werden. Behandlung: Bei Verdacht auf Ovarialkarzinom darf nicht nicht mittels Bauchspiegelung operiert werden! Es handelt sich meist um eine grössere Operation, welche einen Bauchschnitt (Längsschnitt) erfordert. Durch die sorfältige Operation und eine Nachbehandlung mit Chemotherapie (Zytostatika) konnte die Lebenserwartung gebessert werden.
|
|