Implanon® - neues Verhütungsmittel
Implanon® ist ein neues , langwirksames hormonelles
Verhütungsmittel, das wir Ihnen in unserer Praxis ab sofort anbieten können.
Es handelt sich dabei um ein kleines, dünnes Kunststoffstäbchen, das auf der
Innenseite des Oberarmes direkt unter die Haut eingesetzt wird.
Das Stäbchen enthält als Wirkstoff "Etonorgestrel", ein
medikamentöses Gelbkörperhormon (=Gestagen), das bereits durch die
Antibabypillen Marvelon und Mercilon bekannt ist (Etonorgestrel ist die aktive
Form des Gestagens Desogestrel aus diesen Pillen). Dieser Wirkstoff ist in dem
speziellen Kunststoff dieses Stäbchens eingelagert und wird in kleinsten Mengen
langsam und gleichmässig freigesetzt.

Wie schützt Implanon® vor einer Schwangerschaft?
Nach dem Einsetzen von Implanon® gibt das
Kunststoffstäbchen den Wirkstoff gleichmässig und langsam in kleinsten Mengen
in die Blutbahn ab und entfaltet so seine empfängnisverhütende Wirkung. Diese
beruht einerseits auf eine Hemmung des Eisprungs (Ovulation) und andererseits
auf einer Veränderung des Gebärmutterhals-Schleims, wodurch das Aufsteigen der
Samen (Spermien) in die Gebärmutter erschwert wird.
Wie sicher ist Implanon®?
Implanon® ist eine sichere Verhütungsmethode, die der
Anwenderin über 3 Jahren Schutz vor einer Schwangerschaft gewährt. In mehreren
Untersuchungen traten keine ungewollten Schwangerschaften auf (Pearl-Index=0),
weshalb Implanon® zu den sichersten Verhütungsmitteln gehört. Dieser hohe
zuverlässige Schutz wird dank der Unabhängigkeit von einer regelmässigen
Tabletteneinnahme erzielt.
Für welche Frau ist Implanon® geeignet?
Implanon® ist für alle Frauen geeignet:
- die eine langfristige Verhütungsmethode wünschen
- junge Mädchen, die noch in der Ausbildung sind
- junge Frauen, im Alter zwischen 20 und 30 Jahren
- Mütter, die eine Pause zwischen ihren
Schwangerschaften wünschen
- Frauen mit abgeschlossener Familienplanung bis zur
Menopause
Der Entscheid, Implanon® zu verwenden sollte zusammen mit
Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt, nach Abwägung aller Vor- und Nachteile
im Vergleich zu anderen Verhütungsmitteln, gemeinsam mit Ihnen gefällt werden.
Mit der neuen Minipille Cerazette® kann
zudem getestet werden, wie die rein gestagenhaltige Verhütung mit Desogestrel
vertragen wird. Wird Cerazette® gut vertragen, so ist die Chance
gut, dass auch unter Implanon® keine Probleme auftreten.
Wie wird Implanon® eingesetzt?
Das Einführen des Stäbchens direkt unter die Haut stellt
einen kleinen Eingriff in örtlicher Betäubung dar. Das Einsetzen ist einfach,
schnell und praktisch schmerzfrei durchführbar.
Implanon® wird auf der Innenseite des nicht dominanten Oberarms mit Hilfe einer
speziellen Einführspritze eingesetzt (bei Rechtshänderinnen in den linken
Oberarm und umgekehrt).

Durch Klicken auf das Bild können Sie eine kurzes Video
(avi-Clip / 410KB) betrachten.
Ein kleinerer Clip (230 KB) in etwas
schlechterer Qualität finden Sie hier.
Nach dem Einsetzen wird die Implantationsstelle mit einem
Druckverband für 24 Stunden versorgt, um die Bildung eines lokalen Blutergusses
zu verhindern. Während dieser Zeit sollte die Stelle nicht mit Wasser benetzt
und sauber gehalten werden.
Wie wird Implanon® entfernt?
Das Entfernen von Implanon® ist jederzeit möglich und
stellt ebenfalls einen kleinen Eingriff in örtlicher Betäubung dar.
Implanon® wird durch die Frauenärztin / den Frauenarzt mit dem Finger ertastet
und das Ende markiert. Nach Setzen eines kleinen Depots von Lokalanästhesie
unter die Spitze des Implanonstäbchens, wird ein kleiner 2mm langer Schnitt
gelegt und das Stäbchen durch diese Öffnung gestossen und mit einer Pinzette
entfernt.

Durch Klicken auf das Bild können Sie einen kurzen Video-Clip
(431 KB) betrachten, der das schematische Entfernen des Implanonstäbchens
zeigt.
Anschliessend wird die Wunde mit einem Steristrip-Pflaster
verschlossen und wie beim Einsetzen ein kleiner Druckverband angelegt.
Bisher wurde kein Fall einer Narbenbildung beobachtet. Es ist jedoch nicht
auszuschliessen, dass in Einzelfällen eine geringfügige Narbenbildung
auftreten kann.
Wie beeinflusst Implanon® die Periodenblutungen?
Während der Anwendung von Implanon® kann es zu
Blutungsunregelmässigkeiten kommen. Dabei reagieren die Frauen ganz
unterschiedlich. Einige Frauen haben nur leichte Veränderungen, andere bemerken
ein Ausbleiben der Periode, unregelmässige oder verlängerte Blutungen.
Es können auch kurze Schmierblutungen auftreten.
Studien haben gezeigt, dass bei sehr vielen Frauen, die sich vor Einsetzen von Implanon®
über schmerzhafte Blutungen beklagten, die Perioden unter Implanon®
deutlich weniger schmerzhaft empfunden wurden.
Wie verändert Implanon® die Haut?
Bei vielen Frauen, die vor der Anwendung von Implanon®
unter Akne litten, konnte eine Heilung oder zumindest Verbesserung der Akne
festgestellt werden. Bei wenigen Frauen trat unter Implanon® erstmals Akne auf.
Nur in wenigen Fällen kam es zur Verschlechterung einer vorbestehen Akne
Wie verändert sich das Gewicht?
Bei einer Minderheit der Implanon®-Anwenderinnen wurde eine
Gewichtszunahme beobachtet. Die festgestellten durchschnittlichen
Gewichtsveränderungen waren jedoch vergleichbar mit denjenigen von Frauen, die
eine andere rein gestagenhaltige Verhütungsmethode (z.B.Minipille) oder eine
hormonfreie Spirale verwendeten.
Ist das Ausbleiben der Periodenblutung ein Zeichen
einer möglichen Schwangerschaft?
Nein! Machen Sie sich keine Sorgen, da Implanon®
sehr
zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft schützt und in den bisher
durchgeführten Untersuchungen keine einzige ungewollte Schwangerschaft
festgestellt wurde. Das Ausbleiben der Periode ist nur durch das Gestagen
bedingt.
Kann Implanon® meine Empfängnischancen
beeinträchtigen?
Bereits wenige Tage nach der Entfernung von Implanon®
wird
das von Implanon® freigesetzte Gestagen bereits durch Ihren Körper abgebaut
sein. Die Chancen für eine spätere Schwangerschaft sind deshalb gleich wie vor
der Verwendung von Implanon®.
Beinträchtigt Implanon® die Muttermilch und das
Stillen?
Es wurden keine Studien mit Implanon® bei stillenden Frauen
durchgeführt. Es ist bekannt, das bei gestagenhaltigen Verhütungsmittel,
kleinste Mengen des Wirkstoffes in die Muttermilch gelangt. Dennoch ist es in
der Schweiz weit verbreitet, z.B. die rein gestagenhaltige Minipille während
der Stillperiode zur Verhütung anzuwenden, da die Milchproduktion damit nicht
beeinflusst wird und beim Säugling bisher keine negativen Auswirkungen
beobachtet wurden. Fragen Sie deshalb Ihre Frauenärztin / Ihren Frauenarzt, ob Implanon®
bei Ihnen angewendet werden darf.
(Informationsstand Oktober 99 / Dr.P.Villars)
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