PRAXIS DR. MED. PIERRE VILLARS
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Schwerpunkt Operative Gynäkologie und Geburtshilfe
Senologie - Mitglied Brustteam Zürich und Brustcentrum Bethanien

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Implanon NXT ® -
ersetzt das bisher bekannte Inplanon® Stäbchen (ab 2012)

Implanon® resp. Inplanon NXT® ist ein langwirksames hormonelles Verhütungsmittel, das wir Ihnen in unserer Praxis als alternative Verhütungsmethode anbieten können.
Es handelt sich dabei um ein kleines, dünnes Kunststoffstäbchen, das auf der Innenseite des Oberarmes direkt unter die Haut eingesetzt wird und 3 Jahre wirksam ist.
Das Stäbchen enthält als Wirkstoff "Etonorgestrel", ein medikamentöses Gelbkörperhormon (=Gestagen), das bereits durch die Antibabypillen Marvelon® und Mercilon® bekannt ist (Etonorgestrel ist die aktive Form des Gestagens Desogestrel aus diesen Pillen). Dieser Wirkstoff ist in dem speziellen Kunststoff des Stäbchens eingelagert und wird in kleinsten Mengen langsam und gleichmässig über 3 Jahre freigesetzt. Das Nachfolgepräparat Implanon NXT® ist fast identisch zum bekannten Impanon®, das NXT-Stäbchen ist aber neu röntgendicht und wird mit einem sichereren Applikator eingeführt.

Wie schützt Implanon® vor einer Schwangerschaft?

Nach dem Einsetzen von Implanon® gibt das Kunststoffstäbchen den Wirkstoff gleichmässig und langsam in kleinsten Mengen in die Blutbahn ab und entfaltet so seine empfängnisverhütende Wirkung über 3 Jahre. Diese beruht einerseits auf eine Hemmung des Eisprungs (Ovulation) und andererseits auf einer Veränderung des Gebärmutterhals-Schleims, wodurch das Aufsteigen der Samen (Spermien) in die Gebärmutter erschwert wird.

Wie sicher ist Implanon®?

Implanon® ist eine sichere Verhütungsmethode, die der Anwenderin über 3 Jahren Schutz vor einer Schwangerschaft gewährt. In mehreren Untersuchungen traten keine ungewollten Schwangerschaften auf (Pearl-Index=0), weshalb Implanon® zu den sichersten Verhütungsmitteln gehört. Dieser hohe zuverlässige Schutz wird dank der Unabhängigkeit von einer regelmässigen Tabletteneinnahme erzielt.

Für welche Frau ist Implanon® geeignet?

Implanon® ist für alle Frauen geeignet:

  • die eine langfristige Verhütungsmethode wünschen
  • junge Mädchen, die noch in der Ausbildung sind
  • junge Frauen, im Alter zwischen 20 und 30 Jahren
  • Mütter, die eine Pause zwischen ihren Schwangerschaften wünschen
  • Frauen mit abgeschlossener Familienplanung bis zur Menopause

Der Entscheid, Implanon® zu verwenden, sollte zusammen mit Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt, nach Abwägung aller Vor- und Nachteile im Vergleich zu anderen Verhütungsmitteln, gemeinsam mit Ihnen gefällt werden.
Mit der neuen Minipille Cerazette® kann ev. getestet werden, wie die rein gestagenhaltige Verhütung mit Desogestrel vertragen wird. Wird Cerazette® gut vertragen, so ist die Chance gut, dass auch unter Implanon® wenig Probleme auftreten. Allerdings lässt sich damit das spätere Blutungsmuster nicht abschätzen.

Unter Implanon® verändert sich das Blutungsmuster: Die Blutungen können unregelmässig werden, oft treten weniger bis keine Blutungen auf, bei manchen Frauen finden aber auch häufigere (Schmier-) Blutungen.

Wie wird Implanon® eingesetzt?

Das Einführen des Stäbchens direkt unter die Haut stellt einen kleinen Eingriff in örtlicher Betäubung dar. Das Einsetzen ist einfach, schnell und praktisch schmerzfrei durchführbar.
Implanon® wird auf der Innenseite des nicht dominanten Oberarms mit Hilfe eines speziellen Applikators eingesetzt (bei Rechtshänderinnen in den linken Oberarm und umgekehrt).

Durch Klicken auf das Bild können Sie eine kurzes Video (avi-Clip / 410KB) betrachten.
Ein kleinerer Clip (230 KB) in etwas schlechterer Qualität finden Sie hier.

Nach dem Einsetzen wird die Implantationsstelle mit einem Druckverband für 24 Stunden versorgt, um die Bildung eines lokalen Blutergusses zu verhindern. Während dieser Zeit sollte die Stelle nicht mit Wasser benetzt und sauber gehalten werden.

Wie wird Implanon® entfernt?

Das Entfernen von Implanon® ist jederzeit möglich und stellt ebenfalls einen kleinen Eingriff in örtlicher Betäubung dar.
Implanon® wird durch die Frauenärztin / den Frauenarzt mit dem Finger ertastet und das Ende markiert. Nach Setzen eines kleinen Depots von Lokalanästhesie unter die Spitze des Implanonstäbchens, wird ein kleiner 2mm langer Schnitt gelegt und das Stäbchen durch diese Öffnung gestossen und mit einer Pinzette entfernt.

Durch Klicken auf das Bild können Sie einen kurzen Video-Clip (431 KB) betrachten, der das schematische Entfernen des Implanonstäbchens zeigt.

Anschliessend wird die Wunde mit einem Steristrip-Pflaster verschlossen und wie beim Einsetzen ein kleiner Druckverband angelegt.
Bisher wurde kein Fall einer Narbenbildung beobachtet. Es ist jedoch nicht auszuschliessen, dass in Einzelfällen eine geringfügige Narbenbildung auftreten kann.

Wie beeinflusst Implanon® die Periodenblutungen?

Während der Anwendung von Implanon® kann es zu Blutungsunregelmässigkeiten kommen. Dabei reagieren die Frauen ganz unterschiedlich. Einige Frauen haben nur leichte Veränderungen, andere bemerken ein Ausbleiben der Periode,  unregelmässige oder verlängerte Blutungen. Es können auch kurze Schmierblutungen auftreten.
Studien haben gezeigt, dass bei sehr vielen Frauen, die sich vor Einsetzen von Implanon® über schmerzhafte Blutungen beklagten, die Perioden unter Implanon® deutlich weniger schmerzhaft empfunden wurden.

Wie verändert Implanon® die Haut?

Bei vielen Frauen, die vor der Anwendung von Implanon® unter Akne litten, konnte eine Heilung oder zumindest Verbesserung der Akne festgestellt werden. Bei wenigen Frauen trat unter Implanon® erstmals Akne auf. Nur in wenigen Fällen kam es zur Verschlechterung einer vorbestehen Akne

Wie verändert sich das Gewicht?

Bei einer Minderheit der Implanon®-Anwenderinnen wurde eine Gewichtszunahme beobachtet. Die festgestellten durchschnittlichen Gewichtsveränderungen waren jedoch vergleichbar mit denjenigen von Frauen, die eine andere rein gestagenhaltige Verhütungsmethode (z.B.Minipille) oder eine hormonfreie Spirale verwendeten.

Ist das Ausbleiben der Periodenblutung ein Zeichen einer möglichen Schwangerschaft?

Nein! Machen Sie sich keine Sorgen, da Implanon® sehr zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft schützt und in den bisher durchgeführten Untersuchungen keine einzige ungewollte Schwangerschaft festgestellt wurde, solange es korrekt eingesetzt wurde und keine beeinträchtigenden Medikamente eingenommen wurden. Das Ausbleiben der Periode ist nur durch das Gestagen bedingt.

Kann Implanon® meine Empfängnischancen beeinträchtigen?

Bereits wenige Tage nach der Entfernung von Implanon® wird das von Implanon® freigesetzte Gestagen bereits durch Ihren Körper abgebaut sein. Die Chancen für eine spätere Schwangerschaft sind deshalb gleich wie vor der Verwendung von Implanon®. Ist nach der Entfernung ein weiterer Schutz erwünscht, sollte eine andere Verhütungsform ohne Verzug angewendet werden.

Beinträchtigt Implanon® die Muttermilch und das Stillen?

Bisherige Studien mit Implanon® bei stillenden Frauen zeigen keine negativen Veränderungen der Muttermilch. Es ist bekannt, das bei gestagenhaltigen Verhütungsmittel, kleinste Mengen des Wirkstoffes in die Muttermilch gelangt. Dennoch ist es in der Schweiz weit verbreitet, z.B. die rein gestagenhaltige Minipille während der Stillperiode zur Verhütung anzuwenden, da die Milchproduktion damit nicht beeinflusst wird und beim Säugling bisher keine negativen Auswirkungen beobachtet wurden. Fragen Sie deshalb Ihre Frauenärztin / Ihren Frauenarzt, ob Implanon® bei Ihnen angewendet werden darf.

Beinträchtigung der Wirksamkeit

Diverse Medikanente, welche den Leberstoffwechsel beeinflussen, können die Wirksamkeit von Implanon beeinträchtigen (vorwiegend Medikamente gegen Epilepsie und fraglich auch Johanniskrautpräparate). Auch Übergewicht vermindert die Wirksamkeit, weshalb das Verhütungsstäbchen bei einem Gewicht >80kg nicht eingesetzt werden sollte.

(Informationsstand November 2011 / Dr. med. P. Villars)

 

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Stand: 02. August 2013