PRAXIS DR. MED. PIERRE VILLARS
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
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Amniozentese
Chorionbiopsie
Chromosomensatz
Genanalysen (DNA-Diagnostik)

Pränatale (vorgeburtliche) Diagnostik

Die Sorge der Eltern um die Gesundheit des heranwachsenden Kindes ist natürlich und Bedarf anlässlich der Schwangerenvorsorge einer besonderen Beratung. Die moderne Medizin bietet uns vielfältige Abklärungsmöglichkeiten, deren Grenzen und Risiken individuell besprochen werden müssen. An erster Stelle steht die Ultraschalluntersuchung, als etablierte und sichere Untersuchungsmethode. Bei auffälligen Befunden oder bei erhöhtem Risiko für genetische Missbildungen können weitere Abklärungen vorgenommen werden. Dabei kommen vorwiegend die Amniozentese und die Chorionbiopsie zur Anwendung. Derzeit arbeiten mehrere Forscherguppen an der Entwicklung von Tests im mütterlichen Blut, diese Verfahren sind aber bei uns noch nicht routinemässig erhältlich.
Es muss betont werden, dass keines dieser Untersuchungsmethoden eine hundert prozentige Sicherheit für ein gesundes Kind garantieren kann!

Amniozentese (Fruchtwasserpunktion)

amnio2.jpg (30900 Byte) Die Amniozentese wird üblicherweise zwischen der 15. und 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Dabei wird mit einer dünnen Nadel die Fruchthöhle angestochen und ca. 12-18ml Fruchtwasser abgesogen. Das Fruchtwasser wird innert kurzer Zeit wieder aufgefüllt. Die Punktion erfolgt unter Ultraschallkontrolle, sodass eine Verletzung des Kindes heute nicht mehr vorkommen sollte. Das Risiko eines punktionsbedingten Verlustes der Schwangerschaft beträgt ca. 0,5% und muss mit dem Risiko eines möglichen genetischen Defektes des Kindes abgewogen werden. Die Indikation der Punktion wird in einem ausführlichen ärztlichen Gespräch diskutiert.

 

Chorionbiopsie

cvs3.gif (10857 Byte) Die Chorionbiopsie erfolgt üblicherweise zwischen der 10. und 12. Schwangerschaftswoche. Mittels ultraschallgesteuerter Punktion wird Zellmaterial aus dem Chorion, der späteren Plazenta, entnommen. Die Punktion erfolgt meist durch die Bauchdecke. Wegen Infektgefahr wird die Biopsie durch die Vagina und den Muttermund nur noch in seltenen Fällen angewendet. Der Eingriff ist etwas schmerzhafter als die Amniozentese, liefert dafür innert weniger Tage das Resultat. Fragwürdige Befunde werden mittels Amniozentese überprüft. Das Abortrisiko wird in weltweiten Studien mit 1-2 % angegeben. Die Methode ist besonders bei Schwangerschaften mit erhöhtem Risiko für genetische Missbildungen angebracht.

 

Beispiel Chromosomensatz bei Trisomie 21

tris21.jpg (20673 Byte)
Bei der Trisomie 21 (Mongolismus / Downsyndrom) ist das Chromosom 21 dreifach vorhanden.

 

Genanalysen (DNA-Diagnostik)

Gene sind Abschnitte auf dem DNA-Faden, dem eigentlichen Erbgut. Von den ca. 100'000 Genen des Menschen kennt man bisher rund 4500 Gene. welche in einer veränderten Form (=Mutation) bestimmte, meist seltene Krankheiten, verursachen. Wenn in einer Familie Fälle einer solchen Krankheit bekannt sind, kann mit Hilfe der Genanalyse bei den Eltern oder auch beim Kind nach dem veränderten Gen gesucht werden. Vor einer Genanalyse werden die Eltern durch einen Spezialisten genetisch beraten.

 

genanaly.jpg (18970 Byte)

 

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Stand: 15. Oktober 2007