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Brusterhaltende Operation mit Sentinelbiopsie Zunächst wird der Tumor mit einer radioaktiven Substanz und mit blauem Farbstoff umspritzt. Mit Hilfe einer Gammasonde werden nun die radioaktiv markierten Lymphknoten in der Achselhöhle aufgesucht. Ein kleiner Schnitt genügt, um die blau markierten Lymphknoten zu finden. Die Wunde ist dadurch viel kleiner, als bei einer vollständigen Ausräumung der Lymphnoten und damit ist auch die Gefahr einer späteren Armschwellung deutlich vermindert. Die entfernten Knoten werden zur Schnellschnittuntersuchung gegeben. Nur bei Befall der Lymphknoten ist eine vollständige Ausräumung der Achselhöhle nötig. Anschliessend wird der Hautschnitt direkt über dem Tumor gelegt und das befallene Gebiet entfernt. Die Wunde wird durch eine Verschiebeplastik des umliegenden Brustgewebes wieder gedeckt. |
Bei einem grösseren Befund oder bei einem ausgedehnten Befall des Brustgewebes ist es manchmal unumgänglich, die Brust vollständig zu entfernen. Dabei diskutieren wir mit der Patientin immer die Möglichkeit eines sofortigen Brustaufbaus mit einer Prothese oder mit Eigengewebe. Dank gutem Aerztenetzwerk und Zusammenarbeit mit ausgewiesenen plastischen Chirurgen, können wir unseren Patientinnen immer die optimalste Lösungt anbieten.
Nachbestrahlung der Brust
Bei einem brusterhaltendem Vorgehen ist eine Nachbestrahlung der Brust unbedingt nötig, um ein lokales Wiederauftreten des Brustkrebses zu verhindern. Die heutigen Bestrahlungsgeräte und die Technik ist dank Computertechnik soweit optimiert, dass Bestrahlungsschäden weitgehend vermieden werden können. In der Regel sind ca. 20 bis 25 Sitzungen nötig, welche ambulant durchgeführt werden. Nach etwa einem halben bis einem Jahr ist von der Bestrahlung kaum mehr etwas zu sehen.
Chemotherapie
Die meisten betroffenen Frauen fürchten sich vor einer allfällig notwendigen Chemotherapie. Die Medizin hat aber inzwischen diesbezüglich grosse Fortschritte gemacht, so dass die Nebenwirkungen vermindert werden konnten. Ob eine Chemotherapie überhaupt nötig ist, hängt von der Tumorbeschaffenheit und vom Lymphknotenbefall ab. Die Situation wird deshalb mit jeder Patientin zusammen mit unseren Onkologen individuell besprochen, so dass eine massgeschneiderte Nachbehandlung zusammengestellt werden kann.
Hormonelle Nachbehandlung
Je nach Tumorbeschaffenheit (Rezeptoren für Hormone vorhanden?) und Alter der Patientin kann eine anschliessende Nachbehandlung mit Anti-Oestrogenen (Tamoxifen oder Aromatasehemmer) sinnvoll sein. Bei jüngeren Patientinnen vor der Menopause kann manchmal eine medikamentös induzierte Menopause die Prognose verbessern. In der Regel wird eine antiöstrogen Therapie über 5 Jahre fortgeführt.
Nachkontrollen
Selbstverständlich führen wir - manchmal abwechselnd mit unseren Onkologen - auch nach erfolgter Operation und Nachbehandlung die periodisch notwendigen Nachkontrollen durch. In den ersten 2 Jahren nach der Operation erfolgen die Kontrollen alle 3 Monate, später alle 6 Monate. Nach 5 Jahren kann wieder auf jährliche Kontrollen gewechselt werden. Üblicherweise empfehlen wir jährliche Mammographien und zusätzlich Ultraschallkontrollen der Brust.
Schlussbemerkung
Jede Frau sollte sich daran gewöhnen,
ihre Brust regelmässig, am besten kurz nach der Periode, abzutasten. Bei einem
unklaren Tastbefund sollten Sie nicht zögern, den Arzt aufzusuchen. Auch die
regelmässigen Vorsorgeuntersuchungen, ev. mit zusätzlichem Ultraschall, können
helfen, bereits kleinste Tumoren zu finden und damit die Prognose des
Brustkrebses zu verbessern. Ab 50 Jahren empfehlen wir zudem regelmässige
Mammographien durchzuführen. Bei familiärer Belastung kann es sinnvoll sein,
bereits früher (ca. mit 40 Jahren) eine Basis-Mammographie vorzunehmen. Weil
jüngere Frauen oft über ein dichtes Brustgewebe verfügen, welches die
Aussagekraft der Mammographie vermindern, sind zusätzliche
Ultraschalluntersuchungen sinnvoll.
Dank optimaler Abklärung und Behandlung haben wir in der Schweiz weltweit einer
der besten Prognosen bezüglich Brustkrebs. Eine "Vogel Strauss Politik" und ein
Verdrängen von neu auftretenden Tastbefunden sollte deshalb möglichst der
Vergangenheit angehören!
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