B Natürliche Fortpflanzung (forts.)
2. Der Menstruationszyklus
Im Laufe des Monats spielen LH und FSH aus der Hypophyse sowie Progesteron und Östrogene aus den Eierstöcken eine Schlüsselrolle bei folgenden Vorgängen:
  • Entwicklung und Wachstum des Eibläschens (Follikel) in den Eierstöcken
  • Eisprung (der reife Follikel platzt auf und gibt die Eizelle in den Eileiter frei)
  • Entwicklung des Gelbkörpers (Corpus luteum), der in der ersten Phase der Schwangerschaft Östrogene und Progesteron ausschüttet, die den weiteren Aufbau der Gebärmutterschleimhaut sicherstellen.
Der Menstruationszyklus kann in zwei Phasen aufgeteilt werden :
Follikuläre Phase:
Jeder Menstruationszyklus beginnt mit dem ersten Tag der Monatsblutung (Menstruation). Die erste Phase des Zykluses (follikuläre Phase) dauert 14 Tage. In dieser Phase bewirkt die FSH-Ausschüttung, dass in den Eierstöcken gleichzeitig mehrere Follikel heranreifen, die Östrogene ausschütten.
Unter dem Einfluss der Östrogene verflüssigt sich der Gebärmutterhalsschleim, wodurch das Vordringen der Spermien zur Gebärmutter und anschliessend zu den Eileitern, wo die Befruchtung stattfindet, erleichtert wird.
Normalerweise erreicht lediglich ein Follikel das Stadium des Eisprungs (Ovulation), die restlichen Follikel sterben ab. Etwa in der Zyklusmitte löst der gestiegene Östrogenspiegel eine plötzliche LH-Freisetzung aus und bewirkt so das Aufplatzen des reifen Follikels (Eisprung). Die Eizelle wird aus dem Eierstock entlassen und beginnt ihren Weg durch den Eileiter.
Luteale Phase:
Vom 15. bis 28. Tag bildet sich aus den Resten des Follikels der Gelbkörper, der Progesteron produziert. Die Östrogenausschüttung nimmt während der lutealen Phase ab. Diese Veränderung der Hormonausschüttung bewirkt:
1. Die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) auf die Einnistung eines befruchteten Eies.
2. Die Erhöhung der Dickflüssigkeit des Gebärmutterhalsschleims, was das Eindringen neuer Spermien in die Gebärmutter verunmöglicht.
3. Einen Anstieg der Körpertemperatur.
Findet keine Befruchtung statt, bildet sich der Gelbkörper zurück, und die Gebärmutterschleimhaut wird durch die nächste Menstruation wieder ausge- stossen.