70'000 Unterschriften gegen frauenfeindlichen Arzttarif
In
einem Brief vom 20.8.99 an die zuständige Departementsvorsteherin, Frau
Bundespräsidentin Dreifuss, haben die Schweizer Gynäkologinnen und Gynäkologen
über eine Unfrage bei ihren Patientinnen informiert. Innert fünf Monaten haben
über 70'000 Frauen durch ihre Unterschrift bekundet, dass sie die derzeit
geplanten Limitierungen der Besprechungszeiten(*)
beim Frauenarzt ablehnen. Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und
Geburtshilfe ist der Ansicht, dass mit diesen Einschränkungen keine sinnvolle
frauenspezifische Betreuung mehr möglich ist und stellt den Antrag, diese
Limitierungen fallen zu lassen.
Eine
Rationierung der Besprechungszeit widerspricht auch dem Anliegen unserer
Patientinnen und der Forderung von Patientenorganisationen, das ärztliche Gespräch
mehr zu gewichten.
Im
gleichen Brief machen die Frauenärztinnen und Frauenärzte darauf aufmerksam,
dass ihr Fachgebiet in der neuen Tarifstruktur im Vergleich zu anderen
Fachgesellschaften in vielen Belangen benachteiligt ist und nicht mehr zeitgemäss
repräsentiert wird .
Die Einführung des
neuen Arzttarifes TARMED in der jetztigen Form birgt die Gefahr in sich, dass
gewisse Leistungen nicht mehr angeboten werden und sich daraus eine
Zweiklassenmedizin entwickeln wird.
(*)5
Min Besprechungszeit bei der Vorsorgeuntersuchung, einmal alle 3 Jahre
Max. 30 Min. Besprechungszeit pro Jahr für frauenspezifische
Probleme
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